Denk mal! Im Dezember 2015...

"Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet." (Jes.66,13)
Liebe Gemeinde, mit der Jahreslosung für 2016, einem Wort des alttestamentlichen Propheten Jesaja, grüße ich Sie ganz zu Beginn des neuen Kirchenjahres. Unsere Konfirmanden lernen es immer noch mit Staunen, dass mit dem Ewigkeitssonntag das alte Kirchenjahr endet und mit dem 1.Advent das neue beginnt.

Wieder ist ein Jahr vergangen. Wieder sind so viele Dinge in unserem Leben geschehen. Große, weltbewegende Ereignisse und die kleinen persönlichen Veränderungen. Und manches steht noch aus. Da drängt sich die Frage ganz von selbst ins Bewusstsein: Wohin wird uns das Jahr 2016 bringen: als Familie, als Kirche und als Gesellschaft insgesamt?

Werden wir Erfolge zu verbuchen haben? Freudige gemeinsame Stunden, oder wird uns das Leben Angst und Bange machen? Wieviel Trost werden wir nötig haben? Und wer wird da sein, wenn die Welt für uns ins Wanken gerät?

Bei all dem Nachdenken hat mich das Prophetenwort, das uns für das Jahr 2016 als Begleitung aufgegeben ist, direkt angesprochen. "Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet."

Und es trifft ja direkt in unser Leben. Vom ersten Schrei des Neugeborenen bis zu seinem letzten Atemzug braucht der Mensch Trost. Da ist es gut, wenn ein Mensch von frühester Kindheit an bis an sein Lebensende in allen misslichen Lagen durch seine Eltern, durch Freunde und durch Menschen, die es gut mit ihm meinen, den Trost erfährt, den er so dringend braucht.

Das ist ein großes Geschenk, erfahren zu dürfen, dass andere sich für unseren Schmerz interessieren und Worte und Gesten finden, die uns wieder zur Ruhe kommen lassen. So ein Trost, der tut uns äußerlich und innerlich unbeschreiblich gut. Wenn uns nun Gott höchstpersönlich zusagt, er werde uns trösten, wie einen seine Mutter tröstet, dann macht er uns gerade in diesen Tagen ein ganz wunderbares Geschenk, auf das wir uns in allen Lebenslagen - den guten und den weniger guten - verlassen und berufen können. Gott verbürgt sich durch sein Wort dafür, dass menschlicher Trost als Geschenk von ihm etwas weitergibt, was aus seinem eigenen Herzen stammt. Er verbürgt sich durch dieses Wort dafür, dass echter menschlicher Trost mehr ist als billige Vertröstung. Denn er selbst steht für diesen Trost ein.

Indem der unsichtbare Gott auf die Liebe einer Mutter hinweist als Bild für seine eigene Liebe zu uns selbst, macht er es uns ganz leicht, in sein Herz zu schauen. Das Bild von Mutter und Kind zeigt uns, wie der ewige Gott selbst zu seinem erwählten Volk Israel, zu uns Menschen und zu jedem einzelnen von uns persönlich steht. Was ist nun das Besondere, wenn ein Kind durch seine Mutter getröstet wird? Ich denke, mütterlicher Trost hat eine ganz eigene Qualität. Und wenn Sie an Ihre Mutter zurückdenken und sich auch daran erinnern, wie Sie selbst als Mutter Ihre Kinder getröstet haben, dann werden Sie mir hoffentlich zustimmen können. Der Trost einer Mutter ist bedingungslos. Er ist spontan, liebevoll, opferbereit, zärtlich und persönlich.

Der Trost einer Mutter ist bedingungslos. Sie fragt nicht: "Hat mein Kind den Trost auch wirklich verdient?" Eine Mutter fragt nicht, bevor sie tröstet: "Sollte mein Kind jetzt nicht einen Denkzettel erhalten, weil es meinen guten Ratschlägen schon wieder einmal nicht gefolgt ist?" Nein, eine Mutter tröstet ohne Wenn und Aber.

Der Trost einer Mutter ist spontan. Sie legt keine kürzere oder längere Denkpause ein, bevor sie sich mühevoll dazu entschließt, zu trösten. Nein, eine Mutter tröstet sofort, also spontan.

Der Trost einer Mutter ist liebevoll. Wir sehen ihr an, dass sie nicht weniger leidet als ihr Kind und dass sie alles in ihrer Macht Stehende tun möchte, um die Not, die Krankheit oder Seelenpein ihres Kindes zu beseitigen.

Der Trost einer Mutter ist opferbereit. Sie ist bereit, nicht nur ganze durchwachte Nächte zu opfern, damit ihr Kind zur Ruhe kommt, sondern notfalls sogar ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um ihrer Kinder willen.

Der Trost einer Mutter ist zärtlich. Zärtlich nimmt sie ihr Kind in den Arm und schenkt ihm so Geborgenheit und das Gefühl dafür, dass das Leid vergänglich ist.

Der Trost einer Mutter ist persönlich. Eine Mutter hält nicht wie ein Philosoph einen Vortrag darüber, was es heißt, Trost zu schenken. Sie spendet nicht Trost wie ein Redner, dessen Rede Gefahr läuft, ins Leere zu gehen. Nein, sie ist einfach da und tröstet direkt, unmittelbar.

Der Prophet Jesaja nun macht uns Menschen Mut, von dem so beschriebenen Trost einer Mutter auf Gottes Trost schließen zu dürfen.

Gott ist in höchstem Maß bedingungslos, spontan, liebevoll, opferbereit, zärtlich und persönlich.

Gott steht zu seinem Wort.

Mit einem solchen Gott an der Seite lassen sich auch die wechselvollen Situationen in unserem Leben getrost aushalten.

"Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet."

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Zeit, und dass Sie auch im neuen Jahr Gottes mütterlichen Trost in Ihrem Leben erfahren mögen.
Herzlichst
Ihre Pfarrerin Dr. Yvonne Brunk

 

 

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