Die Geschichte unserer Gemeinde

Die evangelische Kirchengemeinde Kerpen umfasst die Ortsteile Kerpen, Langenich, Bergerhausen, Blatzheim, Niederbolheim und Mödrath, Manheim-Neu. Sie besteht in dieser Form durch Errichtungsurkunde der Landeskirche vom 06.11.1973 seit 01.01.1974. Das erscheint verwunderlich, ist aber aus der Geschichte unserer Heimat zu erklären:

Bis vor gut zweihundert Jahren gehörten von der heutigen Stadt Kerpen die Ortsteile Brüggen und Blatzheim zum Erzbistum InnenaufnahmeKöln, die Ortsteile Horrem, Sindorf, Türnich, Balkhausen, Buir und Manheim zum Herzogtum Jülich, Kerpen selbst mit Mödrath zu Brabant, das heißt zum Spanischen Reich. Im Kölner Erzbistum und im streng katholischen Spanien konnten sich keine evangelischen Gemeinden bilden, im Jülicher Reich war es sehr schwierig - die wenigen evangelischen Christen (Reformierte) mussten häufig im Verborgenen ihren Gottesdienst abhalten. Kirchherten bei Bedburg war die erste evangelisch-reformierte Gemeinde in unserer Gegend. Hier kamen die wenigen evangelischen Christen auch aus dem Bergheimer Raum zusammen. Während der Französischen Revolution war unsere Heimat von 1794 bis 1814 von den Franzosen unter Napoleon besetzt. Nach dem Sieg Preußens, Österreichs und Rußlands unter Napoleon kam das gesamte Rheinland an Preußen,· dessen Herrscher evangelisch waren. Das führte in unserem Gebiet zu großen Spannungen - die katholische Bevölkerung fand sich nur schwer mit dem neuen, andersgläubigen Herrscher ab. Um die Gebiete in den preußischen Staat zu integrieren, versetzte man häufig Beamte aus den östlichen Teilen des Landes nach Westen ins Rheinland - zumeist waren sie evangelisch.

Auf diese Weise mögen die ersten evangelischen Christen auch nach Kerpen gekommen sein; leider wissen wir darüber nichts Genaues. Bei der Volkszählung 1831 wurden in Kerpen 16 Evangelische gezählt, also zwei bis drei Familien. Bekannt ist, daß Kerpen zusammen mit Bergheim eine ,,Vikariatsgemeinde Kerpen-Bergheim" bildete. Immerhin lebten um die Mitte des vorigen Jahrhunderts so viele Evangelische in Kerpen, dass sich ein eigener Gottesdienst lohnte. Man bat den Gemeinderat in Kerpen, dafür einen Raum im Gemeindehaus zur Verfügung zu stellen. Das lehnte der Rat ab: Weil die Kerpener Bürgerschaft katholisch ist, muss sie auch jedes andere sogenannte reformierte Christenthum verwerfen, und darf und wird deßhalb auch keinem fremden Glauben noch seinem Gottesdienste irgend welchen Vorschub leisten."

So geschehen am 3. April 1852. Das gab den Anstoß zu einer Aktion, eine eigene Kirche zu bauen. Der Strumpfwarenfabrikant Heinrich Heick (er beschäftigte 1881 sieben Arbeiter in seiner Fabrik in Kerpen) nahm die Sache in die Hand. Man wandte sich an das Consistorium in Koblenz, man wandte sich auch an den preußischen König. Der Gustav-Adolf-Verein sammelte rührig, der König gewährte 1006 Taler. Schon 1853 baute man eine kleine Kirche - bis heute das  altar4Gotteshaus der Gemeinde am Filzengraben. Damals gab es keine 50 evangelische Christen in Kerpen. Immerhin aber fand evangelischer Schulunterricht statt - 1859 waren es 22 Kinder. 1874 lebten 41 Evangelische in Kerpen. Bei einer so geringen Zahl wurde die mit der Kirche gegründete Vikariatsstelle 1873 aufgelöst, Kerpen kam zur Evangelischen Gemeinde Frechen. Noch im Jahre 1910 wurden bei einer Volkszählung in Kerpen nur 31 Evangelische vermerkt. Im Jahre 1920 gab es für Kerpen und Horrem eine eigene Hilfspredigerstelle, 1927 wurde daraus eine eigene Gemeinde. 62 evangelische Christen zählte man 1928. Nach dem 2. Weltkrieg änderten sich die Verhältnisse. Vor allem durch Flüchtlinge aus dem ehemaligen Osten Deutschlands stieg die Zahl der Evangelischen an. Dem trug die Kirchenleitung Rechnung: Brüggen, das bisher auch zu Frechen gehörte, wurde 1949 selbständige Pfarre. Für die gestiegene Zahl der Evangelischen waren zunächst die Flüchtlinge verantwortlich. Bald aber gab es weitere Zuzüge im Rahmen des Wirtschaftsaufschwungs der fünfziger und sechziger Jahre und aus der Soldatenschaft der Boelcke-Kaserne. Die kleine Kirche am Filzengraben reichte nicht mehr aus. Da nicht wenige der Flüchtlinge in Blatzheim angesiedelt wurden, baute man dort 1966 eine neue Kirche. Angesichts der Herkunft der meisten Flüchtlinge wurde sie nach dem Reformator Pommerns, Johann Bugenhagen, benannt. Gut 3200 evangelische Christen zählte Kerpen (zusammen mit Blatzheim), als am 01.01.1974 Kerpen eine eigenständige Kirchengemeinde wurde.

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