Denk mal! Im Dezember 2004...

Liebe Gemeinde,

            " ... wo die Sterne durch die Nacht leuchteten wie die Funken eines Feuers in der Ferne ...

Wir befinden uns mitten auf der Welt zwischen Europa, Asien und Afrika. Wir befinden uns mitten in der Geschichte am Beginn der Zeitrechnung.

Bald werden wir uns auch mitten in der Nacht befinden." So lautet Jostein Gaarders Rezept gegen das stereotype, der Wiederkehr des Ewiggleichen unterworfene ALLE JAHRE WIEDER, das manchmal wie ein Klotz am Anfang des Kirchenjahres über uns prangt!

Allüberall weihnachtlicher Kommerz – garniert mit Kitsch und Pomp; geradezu pompös von oben herab überfällt es uns alljährlich. Den Supermärkten ist schon im August nach Weihnachten zumute. Es herrscht ein fliegender Wechsel von Nikolausi und Osterhasi! Auch die urige Geschichte von der Geburt im Stall kennen wir bereits zur Genüge. Dennoch: Jedes Jahr wird der Neuigkeitswert der FROHEN BOTSCHAFT wieder und wieder herauspoliert und zugleich süßlich überdeckt. Der Kreisel des Konsums dreht sich bald immer schneller – Schwindel greift um sich, macht uns besinnungslos und ganz matt. Immer wieder sind wir nur flüchtig unterwegs zur Krippe. Im Trott: ein Reflex. Also nehmen wir Jostein Gaarder und versetzen uns einmal zurück:

"Eine stille Schar schlich zwischen den Häusern von Bethlehem entlang. Es war eine kleine Schar, die aus sieben Schafen, vier Hirten, fünf Engeln des Herrn, den Heiligen Drei Königen, einem römischen Kaiser, dem Landpfleger von Syrien und Elisabet auf dem langen, schmalen Land unter dem Nordpol bestand.

Aus den Fenstern einiger niedriger Häuser strömte das schwache Licht der letzten noch brennenden Öllampen. Doch die meisten Menschen in der alten Stadt waren schon zur Ruhe gegangen. Einer der Weisen zeigte zum Himmel, wo die Sterne durch die Nacht leuchteten wie die Funken eines Feuers in der Ferne. Ein Stern leuchtete heller als alle anderen zusammen. Er schien auch etwas tiefer am Himmel zu stehen. Da wandte sich der Engel Umuriel den anderen Pilgern zu, hob einen Finger an seine Lippen und flüsterte: ‚Pst ... pst ...' Und die Pilgerschar schlich sich zu einer der Herbergen der Stadt. Für ein oder zwei Sekunden trat der Wirt ans Fenster. Als er die Schar draußen entdeckte, nickte er energisch und zeigte auf eine Höhle in der Felswand.

Der Engel Efiriel flüsterte etwas, es klang wie das Wort eines alten Gedichts: ‚Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.'

Sie schlichen sich über den Hof und blieben vor der Höhle stehen. Der Geruch, der herausströmte, verriet ihnen, dass es sich um einen Stall handelte.

Plötzlich zerriss ein Kinderweinen die Stille. Jetzt geschah es. Es geschah in einem Stall in Bethlehem. Über dem Stall funkelte ein Stern. Im Stall wurde das neugeborene Kind in Windeln gewickelt und in eine Krippe gelegt. Himmel und Erde begegneten sich. Denn auch das Kind in der Krippe war ein Funke vom großen Feuer hinter den schwachen Laternen am Himmel."

Ob der Funke dieses Jahr überspringt und GOTT bei uns tatsächlich im Kommen ist, bleibt fragwürdig. (Ertragen wir überhaupt GOTTes Feuer aus nächster Nähe? Denn da sprüht es nur so vor Funken!) Doch eins bleibt : Nämlich alles anders!

Eine Binsenweisheit besagt, dass immer alles anders kommt als man denkt. Genauso GOTT. Die Ironie behält GOTT sich vor – als Umkehrung aller Verhältnisse. Das Starke ist im Schwachen mächtig und umgekehrt. Gerades wird krumm, Gebeugtes aufrecht.

Unmerklich und hinterrücks erwischt es uns ja vielleicht doch spätestens an Heiligabend, wie es Friedrich Schwanecke formuliert:

        "Sie schauen nach oben
        und warten auf den,
        der da kommt.
        Doch von oben kommt er nicht.
        Vergebens schauen sie, indessen
        hinter ihrem Rücken
        der da kommen soll
        kommt."

Gute Nerven und Wendigkeit beim Warten wünsche ich uns!
LICHTEN ADVENT!
Ihre und Eure Stephie Peschutter (Pfarrerin z.A.)

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