Denk mal! Im März 2016...

Am 7. Dezember 1972 startete das Raumschiff Apollo 17 seinen Flug zum Mond. 5 Stunden und 6 Minuten nach dem Start machte Jack Schmitt ein Foto von der vollbeleuchteten Erde. Die Sonne stand dabei im Rücken, die Entfernung zur Erde betrug 46000 Kilometer. Das Bild der Erde als schimmernde Perle im All war eine Sensation und wurde seither unzählige Male abgedruckt.

Aber was dachten die  Astronauten bei diesem Anblick? Sultan Ben Salman al Saud schrieb im Rückblick: „Am ersten Tag deutete jeder auf sein Land. Am dritten oder vierten Tag zeigte jeder auf seinen Kontinent. Ab dem fünften Tag achteten wir auch nicht mehr auf die Kontinente. Wir sahen nur noch die Erde als den einen, ganzen Planeten.“ Und Edgar Mitchell fasste zusammen: „Als Techniker fuhren wir zum Mond. Als von Zuneigung für alles Humane Erfüllte kehrten wir zurück.“

Beim Blick auf das Ganze verschwammen den Männern die Grenzen, die Völker und Staaten trennen. Das Gemeinsame rückte in den Mittelpunkt. Die Raumfahrer erkannten ihren Heimatplaneten als den einen und einzigen Ort des Lebens  und die darauf lebenden Menschen als eine Menschheitsfamilie.

Es ist dieser Blick aufs Ganze, der uns Menschen oft zu fehlen scheint, in der Politik, im privaten Nahbereich oder auch im Team am Arbeitsplatz. Für manchen ist der eigene Nachbar so fremd, als lebe er auf einem anderen Kontinent. Nur die eigene Sichtweise für möglich zu halten, das liegt irgendwie in der Natur des Menschen. Auch unsere Christentumsgeschichte könnte man als eine einzige Geschichte der Aufspaltungen erzählen, begleitet von teils blutigen Auseinandersetzungen. 

Der Apostel Paulus erkannte das Problem früh und schrieb nach Korinth: „Wir haben doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm; und einen Herrn Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn. Aber nicht jeder hat die Erkenntnis.“ (1. Kor 8,6)

Dass wir in einer Welt als Christen gemeinsam Zeugnis ablegen sollen von Christus, der uns eint, an dieses Credo der ökumenischen Bewegung knüpft unsere Evangelische Kirche in Deutschland in 2016 an. Das letzte Jahr vor dem Reformationsjubiläum 2017 steht unter dem Thema „Reformation und die Eine Welt“. 

Wir sind eingeladen zum Blick aufs Ganze. Die Reformation, die man mit Martin Luther, Calvin und Zwingli verbindet und oft für ein urdeutsches Ereignis hält, ist in Wirklichkeit ein Weltereignis gewesen. Im lutherischen Weltbund sind heute 144 Mitgliedskirchen mit über 70 Millionen Christen aus 79 Ländern verbunden; der Reformierte Weltbund hat 227 Kirchen mit 80 Millionen Christen in 108 Ländern.  Schon lange lebt die Mehrheit protestantischer Christen außerhalb Europas. Gleichzeitig kommen nach Europa neben Muslimen auch zahlreiche Christen mit der kulturellen Prägung ihrer Herkunftsländer.

Verschiedenheit zulassen, Trennungen überwinden, Vielfalt wahrnehmen, um sich gemeinsam zu dem einen Gott und einen Herrn zu bekennen. Keine leichte Aufgabe! Christen aus anderen Kontinenten haben in diesem Jahr unsere rheinische Synode besucht. Sie ermutigen uns: „Die Probleme sind vielfältig. Gott aber ist größer, spricht viele Sprachen und ist reich an Rat.“

Es grüßt Sie herzlich
Ihre Pfarrerin Almuth Koch-Torjuul

 

 

 

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