Denk mal! Im September 2013...

"Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch."  (1. Petr. 5, 7) 

Liebe Gemeinde,
sorgfältig sein und sich Sorgen machen - das klingt so ähnlich und ist doch ein buchstäblich himmelweiter Unterschied. Denn wenn ich mir Sorgen mache, dann setze ich damit auch manchmal Sorgen in die Welt, die ganz unnötig sind.

Aber wenn ich sorgfältig bin, dann sorge ich für ein möglichst gutes Gelingen.
Das biblische Wort aus dem 1. Petrusbrief nun will, dass wir auch mit unserem Vertrauen sorgfältig umgehen. Christen, die sich Sorgen machen, versäumen etwas Wichtiges, nämlich das, was sie belastet, und das, was sie glauben, zueinander zu bringen. In ihrem Kopf und ihrer Seele hat Gott wahrscheinlich nach wie vor seinen festen Platz. Aber ein anderer Teil, der für ihr Leben von großer Bedeutung ist, ist von Sorge besetzt. Das kann die Sorge um einen Menschen sein, um Geld, die Gesundheit oder die Frage, wie denn alles weitergehen soll. Was auch immer uns so gefangen nimmt.
Sorgfältig mit dem Glauben umgehen, das kann nicht heißen: Wirf die Sorge einfach hinaus. Daran scheitere ich ja eben, dass ich die Sorge nicht werfen kann.
Ich kann sie nicht einmal anheben. Sie ist viel zu schwer. Sie droht mich geradezu zu erdrücken. Nein, Gott mutet dir nicht zu, deinen Sorgen überlegen zu sein.
Er sagt: Lass mich mal! Du weißt doch, dass ich stärker bin als alles, was dir das Herz schwer machen will. Halte dich allein an dieses Vertrauen. Lass es nicht als schöne alte biblische Weisheit in deiner Schublade liegen.  Nimm es in die Hand und gehe sorgfältig damit um, nachdenkend, betend, auch die Bibel noch intensiver befragend. Behandle dein Vertrauen so sorgfältig, wie du bislang deine Sorge angefasst hast. Ich, Gott, werde inzwischen die Tür zwischen der Kammer, in der du mich eingesperrt hast, und dem Raum mit deinen Sorgen öffnen und ihnen zu Leibe rücken.
Glauben heißt nicht, weniger Sorgen zu haben. Es gibt ja so viele Mitgeschöpfe, für die wir sorgen müssen; sie alle warten auf unsere Liebe. Aber weil wir in dieser Liebe Gottes Mitarbeiter und Treuhänder geworden sind, gehören auch unsere sorgenden Gedanken eigentlich nicht uns. Vor allem werden wir keine Kraft damit vergeuden, uns eigene Sorgen zu machen. Leichtsinnig können wir nicht sein. Aber dass es uns leichter ums Herz wird, das dürfen wir erwarten.
Deshalb nehmen wir uns das Wort zu Herzen: "Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch." (1. Petr. 5, 7)

 

Ich wünsche Ihnen eine sorgsame Zeit voller Vertrauen in Gottes Zusage.
Ihre Gemeindepfarrerin
Dr. Yvonne Brunk